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Sieben Fragen, die jeder stellen sollte, bevor ein KI-Tool für Marketing oder HR im Einsatz ist. Wer ausweicht, verkauft Buzzwords — keine Lösungen.

Eine überzeugende Demo zeigt Möglichkeiten. Vor der Einführung eines KI-Tools braucht es zusätzlich Antworten zum konkreten Zweck, zu Daten und zu Zuständigkeiten. Diese Fragen helfen, die Prüfung zu strukturieren.
Welche Aufgabe soll das System erfüllen? Welche personenbezogenen Daten sind dafür erforderlich, woher stammen sie und dürfen sie für diesen Zweck verwendet werden?
Welche Rechtsgrundlage trägt die jeweilige Verarbeitung? Einwilligung ist nicht automatisch für jedes Profiling erforderlich oder die passende Grundlage. Wo sie verwendet wird, sind ihre Voraussetzungen und der Widerruf zu berücksichtigen. Löschung und andere Rechte sind nach den jeweiligen gesetzlichen Bedingungen umzusetzen.
Bereitet das Tool Entscheidungen nur vor oder trifft es sie faktisch selbst? Bei ausschließlich automatisierten Entscheidungen mit rechtlicher oder ähnlich erheblicher Wirkung sind insbesondere Artikel 22 DSGVO und seine Ausnahmen zu prüfen. Eine bloß formale menschliche Bestätigung ersetzt keine echte Prüfung.
Welche Informationen benötigen Betroffene? Datenschutzrechtliche Informationspflichten und gegebenenfalls die Transparenzpflichten der KI-Verordnung sind getrennt nach Anwendungsfall zu prüfen.
Welche Entscheidungen, Versionen und Kontrollen müssen nachvollziehbar sein? Art und Umfang der Protokolle sowie Löschfristen sollten zum Zweck und zu den einschlägigen Pflichten passen. Ein unbegrenztes Log aller Daten ist keine allgemeine Compliance-Lösung.
Wer darf das System freigeben, Ergebnisse prüfen und die Nutzung unterbrechen? Wer bearbeitet Beschwerden und Fehler? Diese organisatorischen Fragen sollten vor dem Einsatz beantwortet sein.
Recruiting und Personalauswahl können unter die Hochrisiko-Regeln fallen. Nicht jede Marketinganwendung ist deshalb ebenfalls Hochrisiko-KI. Zweckbestimmung, gesetzliche Ausnahmen und die jeweils geltenden Anwendungsfristen müssen konkret geprüft werden.
Die Liste ist eine Arbeitshilfe. Sie ersetzt weder eine Datenschutzprüfung noch die rechtliche Bewertung des jeweiligen Systems.
Quellen: DSGVO, insbesondere Artikel 5, 6, 13–22 · Artikel 6 KI-Verordnung und Anhang III. Stand: 21. Oktober 2026.